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Die drei Helden von Bispingen

Sofie Cramer
Die drei Helden von Bispingen ©Bispingen Touristik

„Hilfe! Ach, du Schreck!“

Agathe, die weise Heidschnucke, hält inne und hebt ihren Kopf mit den beiden gebogenen Hörnern. Was war das? Hat da nicht jemand um Hilfe gerufen, fragt sie sich besorgt.

„O nein, o nein! Ich hänge fest! Hier, haaallooo?!“

Die Stimme wird lauter. Heidschnucke Agathe lässt von ihrem Gras ab und hoppelt so  schnell wie nur möglich in Richtung der Hilferufe. Dabei schießt sie beinahe übers Ziel hinaus.

„Hier unten!“

Erstaunt blickt Agathe zu Boden, wo Imke, die fleißige Honigbiene aus der Nachbarschaft in Wilsede, in dem Netz einer Kreuzspinne festhängt.

„Ich hab nicht aufgepasst“, wimmert Imke, während Agathe vorsichtig mit ihrer rechten Klaue die Spinnweben einreißt, so wie sie es immer tut, wenn sie durch die Heide streift und dadurch tausende Insekten vor den Fallen der Spinnen bewahrt.

„Du warst wohl wieder mal zu schnell unterwegs, was Imke?“, meckert sie sanft.

„Je weniger es von uns Bienen gibt, desto mehr Überstunden muss ich machen.“

„Ja, ich weiß“, seufzt Agathe mitfühlend und horcht erneut auf. Denn plötzlich hören die beiden Tierfreunde ein Schnaufen hinter sich. Es ist Hanno, der junge Hannoveraner, der immerzu Flausen im Kopf hat.

„Waaaahaaas?“, wiehert das freche Fohlen verwundert an Agathe gewandt. „Du hast einer gemeinen Biene das Leben gerettet?“

„Was heißt hier gemein?!“, empört sich Imke und befreit sich emsig von den Spinnenfäden, die an ihrem weichen Fell kleben.

Auch die Heidschnucke schüttelt ihren Kopf wegen dieser dummen Bemerkung. „Weißt du denn gar nicht, wie nützlich unsere Bienen sind?!“

„Nützlich?“ Hanno wiehert wieder laut auf. „Wenn ich abends auf der Weide grase, sind diese summenden Stechbiester doch bloß lästig oder sogar gefährlich!“

Agathe rollt mit ihren großen Kulleraugen und wirft Imke einen wissenden Blick zu. Diese fliegt schnurstracks zu Hanno, setzt sich auf seine helle Blässe und stemmt ihre Hände in die schwarz-gelb-gestreiften Hüften. „Du kannst mich doch nicht mit einer Bremse oder einer Stechfliege vergleichen!“

Hanno schielt die kleine Biene ungläubig an, während Agathe ihr beispringt: „Unsere fleißigen Bienen sind vom Aussterben bedroht. Dabei sind sie besonders für die Heide von unschätzbarem Wert, du Dummerchen!“

„Hannoveraner sind nicht dumm!“, tobt der kleine Hengst und schüttelt Imke mit wehender Mähne ab. „Wir sind sehr gelehrig! Sonst wären wir wohl kaum so erfolgreiche Spring- oder Dressurpferde.“

„Ach“, summt Imke und schwirrt Hanno um den Kopf herum, „wenn das so ist, solltest du schleunigst lernen, dass wir Bienen nicht nur Honig sammeln, sondern auch die Blüten bestäuben.“

„Hahaha!“ Wiehernd bleckt Hanno seine weißen Zähne. „Wie wollt ihr das wohl machen, so winzig, wie ihr seid?“

„Ohne unsere Bienen könnte die Lüneburger Heide gar nicht überleben und wäre bei weitem auch nicht so wunderschön“, pflichtet Agathe ihr bei. Hanno lässt seinen Blick über die lila blühende Landschaft schweifen, die weit über den Totengrund hinaus bis zum Horizont zu reichen scheint.

„Ihr wollt mich wohl veräppeln!“, protestiert er. „Esel Enriko erzählt mir auf unserem Gestüt auch immer bloß Märchen."

„Wenn das so ist, bist du selbst ein sturer Esel“, schimpft Agathe.

Auch Imke hat das Näschen voll und verabschiedet sich: „Ich schwirre lieber weiter. Ich hab nämlich Wichtigeres zu tun, als mir so ein albernes Geschwätz anzuhören!“

Agathe blickt der Biene eine Zeit lang hinterher, bis Hanno mit seiner Hufe scharrt und sie aus ihren Gedanken reißt.

„Hast du nicht Lust auf ein Spiel?“, fragt er, immer auf der Suche nach Abenteuern, und legt seinen braunen Kopf schief. Agathe guckt ihn verständnislos an und kräuselt ihre Stirn. Seit dem Morgengrauen streift sie bereits mit ihrer Herde durch die Heide. Sie ist viel zu erschöpft, um herumzutoben. Leise meckert sie vor sich hin, sie sei schließlich kein junger Hüpfer.

„Dafür bist du eine Spaßbremse!“, findet Hanno und galoppiert mit donnerndem Getöse davon, zurück nach Wilsede, zu seinem Stall, wie Agathe vermutet. Sie hebt ihren Kopf, um nach ihrer Herde zu sehen. Zum Glück ist sie noch nicht außer Sichtweite. Um ja nicht von Bello, dem Hütehund, angeschnauzt zu werden, beeilt sie sich, den Anschluss nicht zu verpassen.

Am nächsten Morgen jedoch wird Agathe erneut von ihrer Arbeit abgehalten. Sie wird auf ein junges, braunes Pferd aufmerksam, das munter mitten durchs Gelände trabt. Agathe seufzt tief und trottet näher an den Störenfried heran. Natürlich, es ist Hanno!

„Was hast du hier zu suchen? Kannst du die Schilder etwa nicht lesen?!“, weist die Heidschnucke ihn zurecht.

„Du meinst die Verbotsschilder?“, schnaubt Hanno.

„Welche denn sonst?! Niemand darf die Wege verlassen. Sonst war es das bald mit der schönen Heide!“, erklärt Agathe und atmet schwer durch. Immer wieder muss sie andere ermahnen, weil sie die besonderen Gepflogenheiten im Naturschutzgebiet nicht kennen.

„Wer bitte schön zeigt denn den Menschen die schöne Umgebung? Ohne uns Pferde würden keine Kutschen fahren. Und auch die vielen Reiter würden wohl kaum ohne uns quer durch die Heide kommen.“

Hanno dreht sich einmal im Kreis wie ein Model auf dem Laufsteg. Doch Agathe lässt sich davon nicht beeindrucken: „Es ist mir egal, für wie schön und wichtig du Gaul dich hältst. Du darfst die Wege trotzdem nicht verlassen, verstanden?“

„Papperlapapp!“, entgegnet Hanno. „Solange ich zu den Mahlzeiten in meine Box zurückkehre, darf ich überall hin galoppieren, sagt meine Mutter.“

Heidschnucke Agathe hebt ihre Hörner in die Höhe, um ihrer Zurechtweisung mehr Gewicht zu verleihen. „Du hast es immer noch nicht verstanden. Niemand darf die Wege verlassen!“, meckert sie.

Doch der stolze Hengst bläht seine Nüstern auf. „Und was ist mit dir? Du hältst dich doch auch nicht an die Vorschriften!“

Agathe kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Selten ist sie auf so viel Ignoranz gestoßen. Auch ihre Kollegen aus der Herde werden ihr sicher nicht glauben, wenn sie wieder zurückkehrt und von der unliebsamen Begegnung berichtet. „Du musst wirklich noch viel lernen. Wir Heidschnucken sind extra dafür abgestellt, die Heidelandschaft zu pflegen. Zehn bis zwölf Kilometer ziehen wir jeden Tag mit unserem Schäfer durch die Heide!“

„Das ist doch gar nichts! Die Strecke schaffe ich locker in einer Stunde!“, stänkert Hanno.

„Dafür ist nach uns der schönste Wanderweg Deutschlands, der Heidschnuckenweg, benannt worden“, stänkert Agathe zurück und grinst. Nun ist sie es, die sich einmal stolz im Kreis um ihre eigene Achse dreht.

„Du meinst, weil ihr alles platt trampelt?“

Hanno grinst zurück und schnaubt.

„Ganz im Gegenteil! Ohne mich und meine rund 9000 Kollegen ließen sich die größten zusammenhängenden Heideflächen hier in Mitteleuropa gar nicht erhalten. Wir arbeiten jeden Tag im Jahr und ziehen auf 13 Herden aufgeteilt durch die Calluna- und Erikaflächen. Wir fressen Kiefer- und Birkenschösslinge, Gräser wie die Drahtschmiele, die zwischen den Heidepflanzen emporragen und auch die Heidesträucher selber, um sie kurz zu halten“, erklärt Agathe und tritt noch einmal näher an den kleinen Hannoveraner heran, um sicherzugehen, dass er auch versteht, was sie zu sagen hat. „So bleibt der an sich nährstoffarme Boden erhalten und auch die savannenähnliche Struktur, die es in Europa kaum noch gibt! Damit schützen wir sogar die letzten Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten wie Birkhühner, Raubwürger, Heidelerchen, Brauchkehlchen, Schwarzkehlchen, Neuntöter, Ziegenmelker ...“

„Oder die ach so wichtigen Bienen?“, unterbricht Hanno spöttisch.

„Ja auch die“, entgegnet die Heidschnucke energisch. Und schon kommt Imke auch vorbeigeflogen und lässt sich auf einem der lustigen Hörner von Agathe nieder. „Ich habe mich noch gar nicht richtig bedankt“, summt sie ihr ins Ohr, „also danke, dass du mich gestern schon wieder gerettet hast. Das werde ich dir nie vergessen!“

Agathe freut sich über so viel Lob und erklärt, Freunde seien schließlich dafür da, sich gegenseitig zu helfen.

„Und um zusammen zu spielen“, ergänzt Hanno voller Enthusiasmus.

Erwartungsvoll blickt er von einer zur anderen.

„Wir sind aber nicht hier, um zu spielen, sondern, um zu arbeiten“, entgegnet Imke und verschränkt ihre dünnen Arme vor der flauschigen Brust. Sie ist noch immer verschnupft, weil Hanno nicht besonders höflich zu ihr war. Auch Agathe stupst ihn sanft an, damit er endlich gehorcht. „Außerdem hast du jetzt augenblicklich auf den Weg zurückzukehren!“

„Euch werde ich es zeigen!“, wütet er, weil er nun mal ein temperamentvoller Warmblüter ist. Und schon galoppiert er durchs Gestrüpp. Er dreht zwei Runden um die erstaunte Biene und die Heidschnucke, bevor er in Richtung einer Holzabsperrung weiter aufdreht, um über diese hinüberzuspringen, so wie es ihm die erwachsenen Hannoveraner immer vormachen. Doch seine linke Vorderhufe streift den Balken, und Hanno wiehert vor Schmerz laut auf.

Imke und Agathe werfen sich einen alarmierten Blick zu, ehe sie ihm zur Hilfe eilen.

„Was ist passiert?“, fragt Agathe vollkommen außer Atmen.

„Ich weiß nicht, mein Bein tut weh“, jault Hanno und lässt sich ins weiche Gras am Wegesrand sinken.

„Das sieht aber gar nicht gut aus“, findet Imke und schwirrt aufgeregt um Hannos blutende Wunde herum.

„Ein gehöriger Kratzer! Wir müssen ihn versorgen“, ordnet Agathe an. Die Biene kapiert sofort. „Ich bin gleich wieder da“, ruft sie und saust eilig davon, während Hanno versucht, wieder aufzustehen. Doch Agathe hält ihn davon ab und redet beruhigend auf ihn ein, so dass er gar nicht bemerkt, wie sie sich nebenbei ein paar Büschel ihres weichen Fells an einer Baumrinde abschubbert.

Und schon ist Imke zurück, gleich mit einem ganzen Schwarm Bienen, der Hanno in Angst und Schrecken versetzt.

„Was habt ihr vor?“, fragt er entsetzt und würde am liebsten sofort das Weite suchen, so wie es sich für ein Fluchttier gehört. Doch er kann einfach nicht auftreten.

„Wir wollen dir doch bloß helfen“, erklärt Imke, „wir bringen dir Honig!“

Hanno verzieht sein Maul und spitzt seine Ohren. Hat er richtig gehört? Honig?

„Ich mag aber keinen Honig! Ich mag nur Zuckerwürfel“, protestiert er.

„Du sollst den Honig ja auch nicht naschen“, klärt Agathe ihn auf und tupft die Wunde vorsichtig mit dem kleinen Fellbüschel sauber. Dann benetzen gleich Hunderte von Imkes Kollegen die Verletzung mit der süßen Klebemasse.

„Honig hat eine entzündungshemmende und heilende Wirkung. Schon bald wirst du wieder durch die Gegend hüpfen“, erklärt Agathe, „aber ohne die Wege zu verlassen, verstanden?!“

Hanno nickt schuldbewusst und beobachtet zunächst argwöhnisch, wie die Schnucke ein weiteres Büschel vorsichtig mit ein paar Gräsern um seinen Vorderlauf wickelt.

„So, das wäre geschafft“, sagt sie und stupst Hanno erneut sanft mit ihren Hörnern in die Seite, um ihm aufzuhelfen.

Zunächst zaghaft, dann mutiger versucht Hanno, seine wackeligen Beine in Bewegung zu setzen. Erleichtert seufzt der kleine Hengst auf, es tut schon nicht mehr ganz so weh. Neugierig haben die vielen Bienen seine Bemühungen verfolgt und summen aufgeregt um ihn herum. Hanno hat aber keine Angst mehr vor den fliegenden Helfern. Er strahlt sie an und wiehert ein lautes „Dankeschön!“

„Gern geschehen“, erwidert Imke. Sie wendet sich an ihre Kolleginnen und fordert sie auf, wieder an die Arbeit zu gehen. Hanno schaut dem abziehenden Bienenschwarm hinterher und wundert sich. „Wo habt ihr den Honig eigentlich her?“, will er wissen.

Agathe und Imke können sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Na, aus den Blüten. Das weiß doch jedes Kind!“, wundert sich die Schnucke.

„Und wie funktioniert das?“, fragt Hanno ehrlich interessiert.

„Das ist ganz einfach!“, antwortet Imke und schwirrt aufgeregt durch die Luft. „Wir fliegen von Blüte zu Blüte und saugen mit unserem Rüssel den Nektar aus den Kelchen.“

„Und wozu braucht ihr eure Fühler?“, fragt Hanno weiter und mustert die kleine Biene ausgiebig.  

„Na, damit erschnuppern wir die leckersten Blüten. Etwa 200 steuern wir an, bis unser Honigmagen gefüllt ist.“

So eine spannende Geschichte hat das Fohlen noch nie gehört, nicht einmal von Esel Enriko. Aufmerksam hört er weiter zu, als Imke ihm geduldig erklärt, wie der Nektar im Bienenstock an die Kollegen weitergereicht wird, wo diese ihn mit Enzymen versetzen und zu Honig weiterverarbeiten.

„Und ganz nebenbei werden so auch die Blüten bestäubt“, ergänzt Agathe.

„Ganz genau“, führt die Biene weiter aus, „wir haben ein kleines Körbchen an unseren Hinterbeinen. Darin transportieren wir die Pollen. Und diejenigen, die wir nicht in unserem Stock brauchen, fliegen mit uns von einer zu nächsten Blume, um sie zu bestäuben. Diese kleinen Kugeln kleben einfach überall!“

„Bis zu 1000 Einsätze am Tag absolviert unsere fleißige Imke“, schließt Agathe anerkennend. Und Hanno kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

„Deswegen muss ich auch wieder los. Ich habe noch viel zu tun heute!“ Und schon saust Imke wieder davon.  

„So, und du solltest dich jetzt auch auf den Weg machen!“, befiehlt die Schnucke ihrem neugierigen Patienten. „Am besten den, der für Pferde und Kutschen vorgesehen ist. Dann zerstörst du die Landschaft nicht und auch nicht die Wege, auf denen die Menschen wandern und Fahrradfahren wollen.“

„Versprochen! Ich werde mich jetzt bestimmt an die Regeln halten. Darf ich euch wieder besuchen kommen?“

„Ja, sobald dein Bein heil ist. Und jetzt ab mit dir, ich muss zurück zur meiner Herde, sonst bekomme ich Ärger.“

Drei Tage später gegen Abend ertönt in der Nähe des Schafstalles ein lautes Wiehern. Agathe bleibt stehen und schaut sich suchend um. In der Ferne entdeckt sie Hanno auf dem Reitweg, der nach Wilsede führt. Schnell hoppelt sie auf ihn zu und begrüßt ihn: „Na, alles wieder in Ordnung?“

„Aber ja“, entgegnet Hanno freudig. Wie zum Beweis dreht er eine kleine Runde. Erst jetzt sieht Agathe den kleinen Bollerwagen, den das Pferdchen, wie eine Kutsche mit Geschirr befestigt, hinter sich herzieht. 

„Wie schön, dass du schon wieder so abenteuerlustig bist“, sagt die Schnucke. „Von der Wunde ist ja kaum noch etwas zu sehen!“

Hanno nickt zustimmend: „Das hab’ ich dir und den Bienen zu verdanken! Ohne den Honigverband wäre das bestimmt nicht so schnell wieder in Ordnung gekommen.“

Agathe freut sich über diese Wertschätzung und auch darüber, dass Hanno sich jetzt offenbar brav an die Regeln hält, wie sie sagt.

„Ich habe es versprochen!“, erwidert Hanno. „Meine Mutter hat mir, genau wie du auch, erklärt, dass ich nur Reit- und Kutschwege benutzen darf. Und da hatte ich die Idee zu unserem Ausflug.“

Hanno ist so aufgeregt, dass er immer weiter plappert. Er möchte Agathe und Imke gerne zu einem Ausflug durch die Gemeinde Bispingen einladen. Weil sie beide doch immer so hart schuften müssen und kaum rauskommen aus dem Naturschutzgebiet.

Agathe staunt nicht schlecht. Sie ruft nach Imke und es dauert nicht lange, bis die Biene angesaust kommt.

„Sieh dir das an!“, sagt Agathe. „Unser kleiner Abenteurer ist wieder auf den Beinen und möchte uns mit seiner Kutsche ausführen.“

Imke und Agathe blicken sich verzückt an. Sie beschließen spontan, Hannos freundlicher Einladung zu folgen. Schließlich haben sie Feierabend und sich ein bisschen Spaß mehr als verdient. Also machen es sich die beiden in dem Bollerwagen bequem und lachen vergnügt auf, als Hanno sich mit einem Ruck in Bewegung setzt und langsam lostrabt.

„Das ist wirklich eine tolle Idee!“, rufen die beiden begeistert. Endlich können sie die Heide genauso erkunden, wie es die vielen Feriengäste machen.

„Ich habe meine Mutter gefragt, ob es noch etwas gibt, womit wir uns nützlich machen können so wie ihr Bienen und Heidschnucken“, erklärt Hanno und berichtet von den Rückepferden.

„Was sind bitte Rückepferde?“, fragt Agathe, weil sie davon noch nie gehört hat.

Leicht grinsend antwortet Hanno: „Es gibt also auch etwas, was ihr nicht wisst. Ein Rückepferd hilft dabei, gefällte Baumstämme aus dem Wald herauszuziehen, wenn es für eine Maschine zu eng ist oder der Boden geschont werden soll.“  

„Das habe ich schon mal gesehen, aber ich wusste nicht, wie man das nennt“, gesteht Imke. „Pferde sind tatsächlich auch sehr fleißige und nützliche Tiere.“

„Aber eigentlich machen sowas eher die richtig starken Pferde“, erklärt Hanno mit etwas Wehmut in der Stimme. „Ich als Hannoveraner werde wohl bloß ein Reitpferd.“

„Aber das ist doch auch etwas sehr Nützliches“, findet Agathe und erklärt wie wichtig es ist, dass die Menschen im Naturschutzgebiet auf Autos verzichten. „So tut ihr Pferde also auch etwas für die Umwelt. Nachhaltiger Tourismus hat heutzutage eine große Bedeutung!“

Hanno stoppt an einer Weggabelung und wendet sich seinen beiden Fahrgästen zu, um sich zu vergewissern, ob das auch wirklich wahr ist.

„Und ob!“, ergänzt Imke. „Es gibt aber noch eine ganz andere wichtige Aufgabe, die auch von euch Hannoveranern übernommen wird. Und zwar die der Polizeipferde!“

Hanno macht große Augen. Er kann kaum glauben, was er da hört. Aber als Agathe berichtet, dass einige davon sogar auch durch die Heide streifen, platzt er fast vor Stolz.

„Dann sind wir wohl alle sehr nützlich für die schöne Lüneburger Heide!“, wiehert er begeistert und setzt den Abenteuerausflug mit seinen heldenhaften Freunden munter fort. 

 

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